Wein
Sorten

Chardonnay

Chardonnay ist die weltweit verbreitetste Traube mit hohem Bekanntheitsgrad. Dies ist nicht allein auf ihre geschmacklichen Qualitäten zurückzuführen, sondern auch auf die gute Anpassungsfähigkeit der Rebsorte an verschiedene Standortgegebenheiten. Sie liefert sowohl Weine, die zu den teuersten der Welt zählen, als auch den Grundwein zur Champagnererzeugung. Im kleinen Holzfass ausgebaut treten buttrig-röstige, extraktreiche Noten, aber auch Aromen von Weißbrot, Dörrobst und Rosinen auf. Chardonnay eignet sich wie keine andere Weißweinsorte für Vinifikation und Ausbau im Barrique. Das wichtigste Merkmal eines großen Chardonnays ist seine Komplexität, die nur in besonderen Lagen mit kalkreichen Böden entsteht. Die besten österreichischen Vertreter wachsen im Nordburgenland und in der Steiermark, aber auch in einzelnen Lagen Niederösterreichs und Wiens. In der Steiermark wird die Bezeichnung Morillon traditionellerweise als Synonym für den Chardonnay verwendet. Der Chardonnay ist eine natürliche Kreuzung aus Burgunder x Heunisch.

Gemischter Satz / Weisswein Cuvée

In Wien hat sich die Tradition, verschiedene Rebsorten in einem Weingarten gemeinsam anzubauen und zu verarbeiten, bis heute als „Gemischter Satz“ erhalten. Im Gegensatz zur klassischen Cuvée werden hier mehrere Rebsorten in einem Weingarten zusammen angebaut und nach der gemeinsamen Lese auch gemeinsam zu Traubenmost gekeltert und vergoren. Durch die unterschiedlichen Reifegrade und den unterschiedlichen Säuregrad der Rebsorten wollte man ursprünglich das Risiko minimieren und eine gleichbleibende Weinqualität sichern. Seit 2011 gibt es eine eigene Bezeichnung für den Wiener Gemischten Satz, womit auch die Bezeichnung und die Qualitätsmerkmale in einer Verordnung festgelegt sind. So müssen in einem Weingarten mindestens drei verschiedene Rebsorten angebaut werden. Der Wiener Gemischte Satz ist immer ein Weißwein und kann aus bis zu 20 unterschiedlichen Rebsorten bestehen. Am häufigsten verwendet werden: Grüner Veltliner, Riesling, Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Neuburger, Gewürztraminer.

Grauburgunder (Pinot Gris)

Der Grauburgunder ist das „familiäre“ Bindeglied zwischen Pinot Noir (Blauer Burgunder) und Pinot Blanc (Weißburgunder) in der großen Burgundergruppe. Schon im 14. Jahrhundert wurde er von den Zisterziensermönchen aus seiner Heimat Burgund nach Österreich gebracht und weiterverbreitet, wo er ursprünglich aus einer Mutation des Pinot Noirs entstand. Auffallend sind seine rötlich bis rötlich-grau gefärbten Trauben, denen er seinen Namen verdankt – dennoch zählt er mit seinem hellen Fruchtfleisch zu den Weißwein-Rebsorten. Die Rebsorte ist aufgrund ihres hervorragenden Potenzials sowohl in Europa als auch in der Neuen Welt verbreitet. Wegen der dünnen Schale reagiert die Traube sehr sensibel auf Klimaschwankungen und muss auch bei der Ernte behutsam behandelt werden. Ruländer ist der Name, unter dem die Rebsorte in Deutschland klassifiziert ist. Seit den 1980er Jahren erlangte die Rebsorte auch unter ihrem italienischen Namen Pinot Grigio große Bekannt- und Beliebtheit. Der Grauburgunder liefert säurearme, aber körper- und extraktreiche Weißweine mit einem in der Regel eher hohen Alkoholgehalt.

Grüner Veltliner

Mit einer Anbaufläche von rund 14.000 ha (31% der Gesamt-Rebfläche) ist der Grüne Veltliner die mit Abstand wichtigste Weißweinsorte in Österreich. Der Veltliner ist eine autochthone Rebsorte, die von einer Traminer Kreuzung abstammt. Auf die zweite Elternsorte weist ein jahrhundertealter Rebstock hin, der in St. Georgen im Burgenland gefunden wurde. Roter, Frühroter oder Brauner Veltliner sind botanisch mit dem Grünen Veltliner nicht verwandt. Urkundlich kann der Grüne Veltliner bis in das 18. Jhdt. in Niederösterreich nachgewiesen werden. Die stärkste Verbreitung erfuhr die Sorte in den 1950er Jahren mit der Einführung der Hochkultur nach Lenz Moser. Vor allem findet sie in Niederösterreich optimale Standortbedingungen, gedeiht auf mageren genauso gut wie auf fruchtbaren Böden, am besten aber auf Löß und Verwitterungsböden. Der Grüne Veltliner erbringt vom leichten, säure-betonten Wein bis hin zum hochreifen Prädikatswein alle Qualitätsstufen, wobei die Lage und Ertragsmenge sehr entscheidend für die Qualität ist. Würzige, pfeffrige Weine mit Fruchtnoten von grünen Äpfeln und Steinobst sind typische Kennzeichen.

Muskateller

Muscat ist der Sammelbegriff für mehr als 200 Varietäten, wobei die für den Weinbau bedeutenden Muscat blanc à petit grains, Muscat d`alexandrie und Muscat ottonel sind. Es gibt Muskatellersorten mit Beeren in verschiedenen Farbschattierungen von weiß, gelb, grau, grün, rosa, rot, braun, violett, blau und schwarz. Vermutlich liegt der Ursprung der Rebsorte in Kleinasien. Phönizische und griechische Kolonisten verbreiteten den Muskateller im östlichen Mittelmeergebiet. Gemessen an der Verbreitung (864 ha, 1,9% der Rebfläche) ist der Muskateller (auch Gelber Muskateller) in Österreich eine Rarität, in der Beliebtheit aber seit Jahrzehnten ein Renner. Die hochwertige Rebsorte ist für leichte Weißwein mit feinfruchtiger Säure und ihrem typisch intensiven, aber nicht aufdringlichem Muskatduft bekannt. Häufig mischen sich saftige Anklänge exotischer Früchte wie Ananas und Maracuja, aber auch florale Akzente mit Holunderdüften ins charmante Bukett. Die vibrierende Säure am Gaumen verleiht den herrlich fruchtigen Weinen oft eine besondere Frische. Bei ungenügender Reife sind die Weine arm an Extrakt und daher dünn und säurebetont.

Riesling

Ursprünglich stammt die Edelrebsorte Riesling aus Deutschland, dort auch Rheinriesling oder Johannisberger genannt. Im oberen Rheintal ist seine erstmalige Erwähnung im 15. Jahrhundert belegt. Entstanden ist er aus einer Kreuzung aus Weißem Heunisch, Vitis sylvestris und Traminer und wird nicht umsonst als König der Weißweine bezeichnet. Riesling ist nicht verwandt mit dem Welschriesling! Vor allem in klimatisch kühleren Gegenden trumpft er voll auf, wie zahlreiche Top-Lagen in den nördlicheren Weinbauländern beweisen. Meist wird Riesling dort auf steilen Hanglagen angepflanzt, wo er nach einer langen Reifezeit Trauben erstklassiger Qualität erbringt. In Europa kommen die besten Rieslinge aus Deutschland, dem Elsass und aus Österreich. In Österreich ist die Wachau für Spitzenrieslinge bekannt, gefolgt vom Kamptal, Kremstal, Traisental, dem Wagram, dem Weinviertel und Wien. Urgesteins- und Schieferböden bekommen dem eleganten Gewächs hier am besten. Jugendliche Rieslingweine zeigen charmante Fruchtigkeit und Würze und können sich durch Reife zu großen, komplexen Weinen entwickeln. Bei spätem Befall der Trauben mit Edelfäule entstehen Auslesen und Beerenauslesen von hervorragender Qualität. Dank der hohen Säure verfügt der Riesling über ausgezeichnete Lagerfähigkeit und erreicht erst nach einiger Reifezeit sein volles Potenzial.

Roter Veltliner

Der Rote Veltliner kommt in zahlreichen Spielarten vor (Weißroter, Brauner, Silberweißer Veltliner, Gelbling). Die autochthone Rebsorte nimmt eine besondere Stellung innerhalb der Veltliner-Gruppe als natürlicher Kreuzungspartner bei Neuburger, Zierfandler und Rotgipfler ein. Die Verbreitung beschränkt sich auf wenige Weinbaugebiete in Niederösterreich. Man findet sie vor allem am Wagram, im Kamptal und Kremstal, vereinzelt noch im Weinviertel und in Wien. Im Zeitraum von 1999 bis 2015 ist die Anbaufläche stetig zurückgegangen. Die Sorte benötigt frühe, warme Lagen mit tiefgründigem Lössboden, ist in der Blüte sehr empfindlich gegen Winter- und Spätfröste und ist sehr anfällig für Botrytis und Peronospora. Die in Summe nicht gerade günstigen Sorteneigenheiten schränken die Verbreitung ein, obwohl der Rote Veltliner ansich sehr ertragsreich ist. Für gute Qualitäten ist eine Ertragsregulierung notwendig. Dann können sehr eigenständige, elegante und extraktreiche Weine mit feinwürzigem Aroma und enormem Entwicklungspotenzial entstehen.

Sauvignon Blanc

Der Sauvignon Blanc entstammt einer Kreuzung aus Traminer x Chenin Blanc. Er ist mit den „Cabernets“ verwandt und wird international häufig mit Semillon assembliert. Reinsortig begann seine Karriere an der Loire (Sancerre und Pouilly Fumè). In Österreich gilt er als Shootingstar speziell unter den steirischen Weinen, dabei wurde er dort bereits im 19. Jahrhundert unter der Bezeichnung „Muskat-Sylvaner“ von Erzherzog Johann eingeführt. Er ist ein echter Globetrotter und Kosmopolit, fühlt sich weltweit zuhause und ist nach dem Chardonnay die bedeutendste weiße Rebsorte. Je nach Reifegrad der Trauben liefert er entweder leichte frische Weine mit ihrem charakteristischem Bukett geprägt von vegetabil-pikanten, grünen Anklängen nach Paprika und frischem Gras mit einem feinen Mineralton und stützender Säurestruktur, bis hin zu sehr komplexen Weinen mit den typischen Johannis- und Stachelbeeraromen, floralen Holundernoten, sowie satten tropischen Düften, welche in Verbindung mit Barriqueausbau und biologischem Säureabbau ein großes Entwicklungspotenzial haben.

Traminer

Beim Traminer (Gewürztraminer, Roter Traminer, Gelber Traminer) handelt es sich um eine sehr alte Rebsorte, die sich aus der Kreuzung von Wildreben entwickelt und weltweit verbreitet hat. Der Traminer ist in der Genetik zahlreicher Rebsorten zu finden. Eine Traminervariante ist auch als ein Elternteil des Grünen Veltliners identifiziert worden.  Seine „wilde“ Abstammung weist schon darauf hin, dass der Traminer wohl zu den ältesten europäischen Rebsorten zählt, dessen Weine vermutlich schon den Römern Freude bereitet haben. Seine Herkunft ist wahrscheinlich in Süd- oder Mitteleuropa zu suchen, seinen Namen hat er dem Südtiroler Ort Tramin zu verdanken, der schon im Mittelalter ein florierendes Weinhandelszentrum gewesen ist. Von Europa aus hat sich der Traminer auf der ganzen Welt verbreitet, ist aber doch eine Nischensorte für besondere Spezialitäten geblieben. In Österreich hat er im Vulkanland am meisten Bedeutung, wo die „Vereinigung Klöcher Traminer“ der Rebsorte alle Ehre macht. Die säurearmen, aber extraktreichen Weine weisen ein intensives Bukett auf – häufig geprägt von deutlichem Rosenduft, Zitrusnoten, Waldbeeren sowie süßen Aromen getrockneter Früchte. Gerne wird Traminer mit Restsüsse erzeugt und ist in dieser Spielart als Dessertwein sehr beliebt.

Weißburgunder

Die international weit verbreitete Sorte kennzeichnet ein elegantes, oft zurückhaltendes Bukett sowie eine reife Säurestruktur. Die Rebsorte zählt mit zu den ältesten in Europa, denn bereits im 14. Jahrhundert wurde der Weißburgunder, eine Mutation des Grauburgunders, angebaut. Er ist ein bevorzugter und sehr harmonischer Begleiter zu einer Vielzahl von Speisen. Sein ganzes Potenzial entfaltet der Weißburgunder in seiner gereiften Form, außerdem ist er eine der wenigen Weißweinsorten, die sich hervorragend beim Ausbau im Barrique machen. Junge Weine sind zart fruchtig-floral, geprägt von Apfel- oder Zitrusnoten und pikanter Säure, die einen frischen Touch verleiht. Reife Weine sind von Aromen nach frischem Brot, Brioche und Anklängen von Mandeln und Haselnüssen gekennzeichnet. Der Weißburgunder wird aufgrund seiner dezenten Art gerne zum Verschnitt (Cuvée) mit anderen Sorten verwendet und gelegentlich auch im kleinen Eichenfass (Barrique) mit biologischem Säureabbau vinifiziert. Im Weingarten stellt er hohe Boden- und Lageansprüche. Der Weinausbau erfolgt langsam und die höchste Qualität wird erst nach längerer Flaschenreife erreicht.

Welschriesling

Der Welschriesling stammt vermutlich aus Norditalien („Riesling italico“) oder Kroatien. Die Sorte wird auch in Ungarn (Olász Rizling), Slowenien (Laski Riesling) und Kroatien (Graševina) angebaut, ist aber in Mitteleuropa und Südosteuropa am weitesten verbreitet. In Österreich ist der Welschriesling nach dem Grünen Veltliner die zweithäufigste weiße Rebsorte. Aufgrund ihrer akzentuierten, markanten Säurestruktur wird der Welschriesling auch gerne für Sektgrundweine verwendet. Die Farbe solcher einfachen Weine, die eher jung getrunken werden sollen, ist ein helles Grüngelb. Im Prädikatsweinbereich wird der Welschriesling in allen Qualitätsstufen, beginnend bei der Spätlese bis hin zu Trockenbeerenauslese und Essenz ausgebaut. Während trockene Welschrieslinge sehr frische Weine sein können, zählen Prädikatsweine aus dieser Sorte zu den ganz großen Süßweinen der Welt. Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen sind goldgelb in der Farbe, weisen am Gaumen eine feine Honignote und im Bukett Aromen von exotischen Früchten auf und werden von charakteristisch knackiger Säure gestützt.

Blaufränkisch

Die in Österreich erstmals im 18. Jahrhundert nachweisbare Sorte wurde in Deutschland erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts unter der Bezeichnung Lemberger oder Limberger angebaut. Blaufränkisch ist eine Rotweinsorte natürlicher Kreuzung aus Blauer Zimmettraube × Weißem Heunisch. Die autochthone Rebsorte ist vor allem in den Weinbaugebieten des nördlichen, mittleren und südlichen Burgenlandes und in den östlichen Weinbaugebieten von Niederösterreich vertreten. Er bevorzugt mildes Klima und windgeschützte Standorte. Je nach Erntezeitpunkt lassen sich aus den Trauben leichte und fruchtige, aber auch tanninreiche Weine mit einer intensiv roten Farbe ausbauen, die einen kräftigen, fruchtigen, charaktervollen Rotwein mit Aromen von Kirschen und Beeren hervorbringt. Die Sorte liefert sehr dunkel gefärbte, gerbstoffreiche Weine mit nach Waldbeeren- oder Kirschfrucht geprägtem Bukett mit einer charakteristischen feinen Säure. Der Wein baut sich langsam aus, hat ein hohes Potenzial für längere Lagerung und erreicht als Altwein hohe Qualität. Im oberen Qualitätssegment wird er häufig in  Holzfässern ausgebaut. Traditionell kommen große Holzfässer zum Einsatz, mittlerweile aber auch die aus Frankreich bekannten Barrique-Fässer.

Cabernet Sauvignon

In den 1980er Jahren machte der Cabernet Sauvignon – genetisch eine Kreuzung aus Cabernet Franc x Sauvignon Blanc – vor allem durch sein charakteristisches Geruchs-und Geschmacksbild auf sich aufmerksam. Die Sorte ist seit 1986 auch für österreichischen Qualitätswein zugelassen. Die klassischen internationalen Cabernet Anbaugebiete sind nach wie vor Bordeaux und Kalifornien, aber u. a. auch die italienische Maremma. Fast rund um den Globus ist der von vielen als edelste Rebsorte der Welt bezeichnete Cabernet Sauvignon anzutreffen. Außerdem macht er sich ganz vortrefflich als Cuvéepartner, was man vor allem im Bordeaux (im Haut-Médoc!) und in der Toskana für große Cuvées nützt. Sortenrein wird er zudem gerne in Kalifornien vinifiziert. Mit 288.781 ha Rebfläche liegt er weltweit an erster Stelle. Cabernet Sauvignon hat als Jungwein ein kräftiges, fruchtbetontes Bukett und zeigt sich am Gaumen bisweilen rau und gerbstoffbetont. Ein guter Cabernet Sauvignon gewinnt im Laufe seiner Reifung zunehmend feine Röstaromen, ebenso Aromen von schwarzen Johannisbeeren, sowie Lakritze und Paprika. Die Weine benötigen eine längere Entwicklung, um den Gerbstoff reifen zu lassen. Der Einsatz des kleinen Holzfasses ist fast obligat, der Sortentypus wird damit ergänzt. Der Cabernet Sauvignon glänzt mit satter, tiefdunkler Farbe und intensiven, ausdrucksvollen Aromen von schwarzen Johannisbeeren (Cassis) und anderen dunklen Beeren.

 

Merlot

Diese Rotweinsorte ist seit 1986 für österreichischen Qualitätswein zugelassen und ist in allen Weinbaugebieten vertreten. Die großen Weine aus dieser Traube kommen von den Bordeaux-Appellationen am rechten Ufer, St. Émilion und Pomerol. Der teuerste Rotwein von Bordeaux „PETRUS“ ist ein POMEROL der zu 95% aus Merlot erzeugt wird.  Der Name Merlot stammt vom französischen Wort für Amsel – merle – und verweist auf die besondere Vorliebe dieser Vögel für die frühreifenden Merlot-Trauben. Merlot eignet sich bestens zum Verfeinern und Harmonisieren anderer Sorten. Dabei kommt ihm zugute, dass er gut mit Eiche harmoniert, sich also zur Fasslagerung (im Barrique) empfiehlt. Daher haben fast alle Bordeaux-Weine einen mehr oder minder hohen Anteil Merlot in der Cuvée. Die Weine sind geschmeidiger als Weine aus Cabernet Sauvignon, haben weniger Tannin und Säure und werden gerne als Cuvée-Partner herangezogen, aber auch reinsortig ausgebaut. In Italien wird Merlot häufig mit Sangiovese verschnitten. Er benötigt gute Böden, ist spätfrostempfindlich und verrieselt gerne bei kühlem Blütewetter, liefert unregelmäßige Erträge und bedarf einer Ertragsregulierung. In Österreich kommen Top-Qualitäten aus dem Burgenland und dem Weinbaugebiet Carnuntum sowie der Thermenregion.

 

Pinot Noir (Blauer Burgunder)

Der Blaue Burgunder (nicht zu verwechseln mit dem weniger hochwertigen Blauburger)  kann auf idealem Standort, bei hoher Reife und gekonnter Vinifikation lagerfähige Spitzen-Weine hervorbringen, auch wenn die sensible Sorte im Weingarten und im Keller eine Herausforderung darstellt. Pinot Noir hat ausgehend von Burgund weltweite Verbreitung erlangt und ist auch in beinahe allen österreichischen Weinanbaugebieten vertreten. Der Hinweis „-burgunder“ im deutschen Namen lässt bereits auf die französische Herkunft schließen, und ist unter zahlreichen Synonymen bekannt: Im deutschen Raum als Spät- und Blauburgunder, im Italienischen wird er als Pinot nero hochgeschätzt und auch Schwarzburgunder wird die Traube, die zu den Edelreben zählt, vereinzelt bezeichnet. Nicht nur in seiner Heimat beeindruckt der noble, aber empfindliche Pinot Noir mit seinem feinen Duft. Charakteristisch ist seine eher helle Farbe. Der typische Duft ist dezent, mit einem Aromenspektrum, das von roten Beerenfürchten (Erdbeere, Himbeere Weichseln) und Waldboden bis hin zu Dörrpflaumen reicht. Auch würzig-erdige Noten, florale Akzente und – beim Ausbau im Holz – Anklänge von Vanille und gerösteten Nüssen kommen gerne hinzu. Zudem wird der Pinot Noir gerne als Rosé vinifiziert, berühmt ist er außerdem als eine von drei Rebsorten, die zur Herstellung von Champagner verwendet werden.

 

Primitivo

Primitivo – in Kroatien Crljenak Kaštelanski genannt – ist eine ursprünglich aus Kroatien stammende Rotweinsorte. Weine zeichnen sich durch ein charakteristisch würziges, an Zimt, Nelken, schwarzen Pfeffer und dunkle Waldfrüchte erinnerndes Aroma aus. Der Name Primitivo kommt vom italienischen Wort „primo“ = „erster“. Seine roten Trauben sind nämlich frühreif und können rund 20 Tage nach den Gutedel-Trauben geerntet werden. Meistens muss aber eine Handlese vollzogen werden, weil nicht alle Früchte zur selben Zeit reif werden. Primitivo ist grundsätzlich dieselbe Sorte wie der in Kalifornien bekannte Zinfandel, er entwickelte sich aber anders, da er in Italien (Apulien) unter anderen Lebensbedingungen wächst als in Amerika. Aus ihr können unterschiedliche Weine hergestellt werden: Rotwein, Rosé (Blush Zinfandel, zumeist mit Restsüße) oder ein heller Blanc de Noirs (White Zinfandel, wenn ohne Schalen vergoren). Mit einem Anstieg von 13.200 ha auf über 20.000 ha (in den Jahren 1990 bis 1998) wurde sie zeitweise die meistangebaute Rebsorte der USA. Die bekannteste italienische Anbauzone für Primitivo ist Manduria in der Region Apulien, wo es die DOC-Zone Primitivo di Manduria gibt. Allerdings werden auch einige vorzügliche Exemplare unter der IGT Primitivo di Puglia verkauft. Aufgrund des hohen Zuckergehalts haben die Weine in der Regel einen höheren Alkoholanteil (bis zu 15 %). Der satte Geschmack erinnert an Zimt- und Waldfrüchtearomen. Der fertige Wein kann schon nach einem halben Jahr konsumiert werden, aber auch länger gelagert werden und nachreifen.

 

 

Rote Cuvée

Der Begriff „Cuvée“ entstammt dem französischen Wort „cuve“ (dt.: Gärbehälter). Dabei handelt es sich um den Verschnitt unterschiedlicher Rotweinsorten zu einem Wein, mit dem Ziel eine optimale Balance aus der Kombination der jeweiligen Weine zu finden. Dabei werden je nach Bedarf gewünschte Ausprägungen hinsichtlich Aromen, Körper, Frucht und Säuregehalte, Alkohol, Gerb- und Bitterstoffe variiert. Von der  Vorgehensweise her werden die gelesenen Trauben meist nach Sorten, Lagen und Lesezeitpunkt getrennt in jeweils eigenen Fässern und Tanks ausgelesen. Vor der Füllung, deren Zeitpunkt der Winzer so wählt, dass alle Weine ihre vermutlichen Hauptmerkmale in der ersten Reifung ausgeprägt haben, zieht der Kellermeister Proben. Dann mischt er mit Pipetten unendliche Variationen der zur Verfügung stehenden Grundweine, bis er sein ideales Mischverhältnis gefunden hat. Viele Weingüter laden sich zu dieser ‚Assemblage‘ genannten Prozedur Berater*innen und Kolleg*innen ein.

Zweigelt

Der Zweigelt ist eine österreichische Neuzüchtung aus dem Jahr 1922 von Friedrich Zweigelt (1888–1964), dem späteren Direktor der Höheren Bundeslehr- und Bundesversuchsstation für Wein-, Obst- und Gartenbau (1938–1945), aus St. Laurent und Blaufränkisch. Friedrich Zweigelt nannte die Sorte „Rotburger“ (Wortkombination der Farbe Rot und der Herkunft Klosterneuburg), erst 1975 wurde die Rebsorte im Zuge der Qualitätsweinrebensorten-Verordnung auf Hinwirken von Lenz Moser auf Zweigelt umbenannt. Die Sorte findet in allen Weinbauregionen günstige Standort, ist aber ganz besonders im Weinbaugebiet Neusiedlersee, im Carnuntum und in den östlichen Weinbaugebieten Niederösterreichs verbreitet. In Österreich liegt der Zweigelt hinter dem Grünen Veltliner an zweiter Stelle und ist somit die meistangebaute Rotweinsorte, vor dem Blaufränkisch, der in den letzten Jahren durch zahlreiche Neuauspflanzungen überflügelt wurde. Als meistverbreitete Rotweinsorte Österreichs reicht ihr Spektrum von jung zu trinkenden, ohne Holz ausgebauten Weinen bis zu kraftvollen Gewächsen aus dem Barrique. Gerne wird die Sorte auch als Partner für Cuvées eingesetzt. Die Sorte liefert Rotweine mit violetten Reflexen und kräftigem Tannin. Bei hoher Reife entstehen vollmundige und langlebige Weine mit Sauerkirschen-Aroma.

Champagner

Nur jene Trauben, die in der Champagne wachsen, gekeltert und veredelt werden, dürfen sich Champagner nennen. Während die Weinberge der „Appellation Champagne“ insgesamt 34.000 ha Rebfläche umfassen, stammt mit rund 300 Millionen Flaschen ein Viertel der jährlich auf den Weltmarkt kommenden Tropfen aus der Region „Aube en Champagne“, die sich selbst über 8.000 ha erstreckt.

Crémant

Der Crémant de Bourgogne ist ein mit ca. 12 Vol.-% eher leichter Schaumwein der Weinbauregion Bourgogne (Burgund). Die Schaumweine der Region zeichnen sich durch ihren fruchtigen Charakter aus und werden in der Hauptsache aus den Rebsorten Pinot Noir, Pinot Gris, Pinot Blanc und Chardonnay, zum Teil aber auch aus den Sorten Gamay, Aligoté, Melon de Bourgogne oder Sacy verschnitten. Die verarbeiteten Reben müssen in jedem Fall aus dem Burgund kommen. Aufgrund der Anwendung der klassischen Flaschengärung, das dem Herstellverfahren des Champagners gleicht, wird der Wein als Crémant bezeichnet: ein Indiz für hohe Qualität. Der Begriff Crémant wurde frankreichweit eingeführt, als sich die Weinbauern der Champagne erfolgreich beim Verbot der weltweit gebräuchlichen Bezeichnung Méthode Champenoise zur Charakterisierung der Flaschengärung durchsetzten. Im Vergleich zu einem Winzer-Champagner ist der Crémant de Bourgogne mit ca. 7–9 €/Flasche deutlich günstiger, kann allerdings nicht ganz so lange gelagert werden. Der Crémant sollte spätestens 3 Jahre nach dem Kauf der Flasche bei einer Trinktemperatur von 7–8 °C genossen werden.

Prosecco Frizzante

Frizzante ist ein Perlwein aus Italien, in Frankreich unter der Bezeichnung Vin pétillant bekannt. Gegenüber einem Spumante schäumt Frizzante weniger stark, besitzt weniger Kohlensäuredruck und wird in der Regel mittels Méthode charmat (zweite Gärung im Tank) erzeugt. Bei der Herstellung des Prosecco Frizzante darf dem Wein also von außen Kohlensäure zugefügt werden, die nicht aus dem Grundwein stammt. Diese verfliegt nach dem Öffnen der Flasche sehr schnell. Der Frizzante schmeckt dann schal. Beim Spumante hingegen bleibt die Kohlensäure länger im Glas erhalten. Ein Unterschied liegt auch im Preis. Frizzante ist günstiger, da auf ihn keine Sektsteuer erhoben wird.

 

Prosecco Spumante

Im Unterschied zum französischen Champagner oder deutschen Winzersekten wird der Schaumwein Prosecco oft nicht in der aufwändigeren Flaschengärung, sondern in Tankgärung hergestellt. Als einer der dominierenden Sorten im Treviso, hat Spumante dadurch einen wesentlich höheren Kohlensäuregehalt – im Idealfall eine feine Perlage, die sich noch lange im Glas abbildet. Typisches Merkmal für einen Prosecco Spumante ist der herkömmliche Sektkorken, der mit einer Agraffe (Drahtbügel) verschlossen ist. Dies erfordert der hohe Druck. Ein Prosecco Spumante unterlag bis 2020 der Schaumweinsteuer von 0,75 € je 0,75-Liter-Flasche zuzüglich der Mehrwertsteuer auf die Schaumweinsteuer.

Sekt

Als Sekt werden Schaumweine in Österreich und Deutschland gehandelt. Sekt, auch Qualitätsschaumwein oder Qualitätschaumwein b. A. (bestimmter Anbaugebiete), muss aus einwandfreiem Qualitätswein in zweistufiger Gärung hergestellt werden, einen Alkoholgehalt von mindestens 10 Volumprozent und einen Druck von 3,5 bar bei Zimmertemperatur aufweisen. Sekt darf nicht mehr als 185 Milligramm pro Liter schweflige Säure enthalten und muss im Tank mindestens 6 Monate, davon mindestens 60 Tage auf der Hefe, gereift sein, (bei Rührvorrichtung 30 Tage) beziehungsweise bei Flaschengärung mindestens 9 Monate, davon mindestens 90 Tage auf der Hefe.